Alltag

Sonntag, 25. November 2007

Liebenswert

Liebe

Samstag, 13. Oktober 2007

Spanische Nacht

Manches kommt einem spanisch vor!
Man kommt aus dem Bad und möchte sich ins Bett legen. Immerhin ist es schon fast 2h nachts. Man schaltet das Licht aus, tastet sich im Dunkeln zur Nachttischlampe. Schaltet sie an und legt sich gemütlich in das warme Bett.
Greift nach einem Buch, liest ein paar Seiten, schaltet das Licht aus und lässt sich den Tag nochmal durch den Kopf gehen.
Macht Pläne für den nächsten Tag. Will Ruhe, schlafen und freut sich auf den Morgen.

Im Halbschlaft, ein Rascheln. Kurzer Blick. Die Fenster sind gekippt. Luft ist wichtig im Schlaf. Wieder ein Rascheln. Dann ein Licht. Ein Blick zu dem Fenster, das zum Hof führt.
Blinzeln. Eine Taschenlampe?
Ja.
Bitte nicht wieder ein Einbruch. Bitte nicht wieder die Kripo. Bitte nicht wieder ein ungutes Gefühl bekommen, sich nicht sicher fühlen in den eigenen 4 Wänden.

Aufstehen, der Weg zum Fenster ist durch das Licht im Hof beleuchtet. Manchmal trifft der Schein der Taschenlampe meine Fenster.
Wortlos am Fenster stehen. Aufeinmal laut "Hallo" rufen.
Der Strahl der Taschenlampe blendet mich. Ich höre ein "Hallo".
Ich blinzle, sehe einen Mann. Er durchwühlt die Mülltonnen.
Es ist kurz vor 3h.
Ich höre mich selber schreiben: "Raus! Raus hier!"
Zurück kommt ein aggressives: "Wieso?" Eine jüngere Stimme. Könnte mein Alter sein.
"Ich wohne hier! 2. Obergeschoss! Seit 10 Jahren!"

Ich denke kurz nach. Ich kenne nicht viele im Haus. Ich höre mich sagen, während ich meine Bettdecke schützend vor mich halte und den Kopf aus dem grellen Licht drehe: "Ja. Und Sie bringen den Müll um 3h nachts mit einer Tachenlampe in den Hof."
Ich bin müde. Möchte schlafen, habe keine Lust auf eine Diskussion mit einem Fremden.
"Meine Augen sind schlecht! Ich kann nichts dafür!"
Der südländische Dialekt erinnert mich an meinen letzten Urlaub in Spanien.
Ich denke bei mir, meine Augen sind auch gleich "schlecht"! Nimm die Lampe aus meinem Gesicht. Nimm deinen Müll und verschwinde! Genau das sage ich auch!

Ich stehe immer noch hinter dem gekippten Fenster. Friere. Höre wütende spanische Worte, die ich nicht verstehe. Eine Tür knallt. Noch im Hausflur höre ich wie entrüstet dieser Mensch ist.
Ich lege mich ins Bett. Bin hellwach. Mache mir Gedanken. Kann es sein, dass jemand seinen Müll um kurz vor 3h nachts in den Hof bringt, ihn da sortiert. Ja, das kann sein!
Wenn ich schlechte Augen hätte, würde ich meinen Müll tagsüber entsorgen. Ohne Taschenlampe.
Mir fällt ein, dass schon öfters Menschen die Mülltonnen durchsucht haben. Sie suchen Flaschen. Nutzen die Dunkelheit. Bringen sie am nächsten Tag weg. Kaufen sich von dem Pfand etwas um zu Überleben.
War das auch diesmal so? Ich finde zumindest eine Erklärung für meine Reaktion.
Ich fühle mich nicht sicher. Kann nicht verstehen, wieso die Haustüren immer offen sind. Jeder kann duch den Hof gehen.

Ich schlafe ein. Fühle mich ein bisschen schuldig. Was, wenn der Mann wirklich im 2. Obergeschoss wohnt? Habe ich überreagiert? Ich war im Halbschlaf, wie auch jetzt.


Ich bin seit ein paar Stunden wach. Ich gehe Einkaufen. Schiele auf dem Weg zum Supermarkt auf die Klingelschilder. Gehe weiter. Gehe zurück, vergewissere mich.
Ja. Da stehen 2 spanische Namen im 2. Obergeschoss.
Ich mache mir Gedanken. Ich komme zu dem Schluss, dass ich komsiche Nachbarn habe. Komisch? Zumindest für mein Verständnis etwas ungewöhnlich.

2 Tage vergehen. Ich mache mir keine Gedanken mehr. Wieso auch. Wenn ich jemandem unrecht getan habe, werde ich mich bei Gelegenheit entschuldigen.
Meinen "Rauswurf" aus dem Hof. Einfach erklären wie es war. Andere scheinen sich allerdings nicht so viele Gedanken zu machen. Sondern entsorgen ihren Müll um 3h nachts mit einer Taschenlampe. Und das in einem Hof, von dem das Problem mit den "Sachensuchern" bekannt ist.

Ich bringe meinen Müll runter. Es ist 17h. Ich werfe den Beutel in die Tonne.
Drehe mich um. Mich lächelt ein Südländer an. Er wirft seinen Müll in die Tonne.
Ich sage ein einfaches, freundliches "Hi!". Er lächelt und grüsst zurück.

Samstag, 6. Oktober 2007

Berliner Schreibtisch

Ich bin wieder hier.
Berlin hat mich wieder. Mein Schreibtisch mich leider auch.
In all den Schubladen stecken Erinnerungen, negative und positive.
Die Schubladen aufgerissen. Übermannt worden von Schönem und weniger Schönem.
Einen riesigen blauen Müllsack aufgemacht, der drohend neben dem Schreibtisch trohnte.
Jetzt ist er voll. Voll mit Müll. Und doch war es wie Shoppen gehen. Altes wird zu Neuem.
Die Silvester Kracher habe ich behalten.

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